Energiepark Schlangen: Chance für günstige Energie vor Ort

Energiepark Schlangen: Chance für günstige Energie vor Ort

Steigende Energiekosten, internationale Krisen und die Frage nach einer verlässlichen Versorgung beschäftigen viele Menschen auch in Schlangen.

Mit dem geplanten Energiepark soll ein erster Baustein für eine regionale, bezahlbare und langfristig resiliente Energieversorgung geschaffen werden. Aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen Schlangen bietet das Vorhaben große Chancen für Klimaschutz, Wertschöpfung vor Ort und mehr Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Was ist der Energiepark Schlangen und wie ist der Stand der Dinge?

Der Rat der Gemeinde hat die Aufstellung eines Bebauungsplans für den Energiepark Schlangen beschlossen. Geplant ist eine Kombination aus Freiflächen-Photovoltaik und Batteriespeichern auf insgesamt rund 73 Hektar in den Bereichen Fürstenallee, Hassel und Schlänger Bruch.

Ziel ist es, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine moderne Energieinfrastruktur zu schaffen, die später in ein umfassendes Energiekonzept eingebunden werden kann. Dazu gehören perspektivisch auch Windenergie, regionale Stromvermarktung sowie die Verknüpfung von Strom, Wärme und Mobilität. In diesem ersten Schritt geht es konkret um eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher.

Das Bedeutet – es ist noch nichts entschieden, es geht nun ersteinmal die Grundlagen zu schaffen um das Projekt weiter zu konkretisieren (siehe Beschlussvorlage-extern RIM).

Details zu dem Projekt, den möglichen Vorteilen für die Gemeinde als auch der in Frage kommenden Flächenkulisse könnt Ihr in der Präsentation (extern RIM)als auch Flächenplan (extern RIM)im Ratsinformationssystem direkt einsehen.

Warum wir das Projekt grundsätzlich unterstützen?

Erneuerbare Energien sind heute nicht nur ein Instrument des Klimaschutzes, sondern zunehmend auch ein Standortvorteil. Wer Energie lokal erzeugt, macht sich unabhängiger von fossilen Brennstoffen und von Energieimporten aus politisch unsicheren oder autokratisch regierten Staaten.

Gleichzeitig können regionale Erzeugungsanlagen dazu beitragen, die Auswirkungen internationaler Preisschwankungen abzufedern.

Darüber hinaus können Gewerbesteuereinnahmen, gesetzliche Kommunalbeteiligungen und weitere Beteiligungsmodelle zusätzliche finanzielle Spielräume für die Gemeinde schaffen. Davon profitieren am Ende alle Bürgerinnen und Bürger durch eine stärkere regionale Wertschöpfung.

Mit welchem Betreiber oder Beteiligungsmodell diese Ziele am besten umgesetzt werden können, muss nun weiter erarbeitet werden.

Worauf es jetzt besonders ankommt

Unsere Unterstützung ist mit klaren Erwartungen verbunden. Für uns steht an erster Stelle, dass die Zusammenarbeit mit den Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümern auf freiwilliger Basis erfolgt und einvernehmliche Lösungen gefunden werden.

Ebenso wichtig ist die umfassende Prüfung möglicher Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Anwohnende. Im Verfahren sind unter anderem Blend-, Lärm- und Artenschutzgutachten vorgesehen. Die Ergebnisse müssen transparent veröffentlicht und in die politische Entscheidung einbezogen werden.

Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob auf geeigneten Teilflächen Agri-PV-Konzepte umgesetzt werden können. Diese ermöglichen eine gleichzeitige Nutzung für Landwirtschaft und Stromerzeugung und können damit Flächenkonflikte reduzieren.

Bürgerbeteiligung und regionale Wertschöpfung stärken

Ein entscheidender Erfolgsfaktor wird die Beteiligung der Menschen vor Ort sein. Die Gemeinde hat bereits festgehalten, dass Bürgerinnen und Bürger, Energiegenossenschaften, Unternehmen und die Kommune selbst an der Wertschöpfung beteiligt werden sollen. Die konkrete Ausgestaltung soll im weiteren Verfahren entwickelt werden.

Dabei sollten unterschiedliche Betreibermodelle offen geprüft werden. Neben klassischen Investorenmodellen kommen Bürgerenergiegesellschaften, Energiegenossenschaften oder Mischformen mit kommunaler Beteiligung infrage. Je stärker die Wertschöpfung in der Gemeinde verbleibt, desto größer kann der langfristige Nutzen für die Region sein.

Unser Fazit zum jetztigen Stand der Planungen

Der Energiepark Schlangen bietet die Chance, die Energieversorgung unserer Gemeinde langfristig klimafreundlicher, unabhängiger und wirtschaftlich attraktiv für die Bürger und Bürgerinnerals auch Gewerbe zu gestalten.

Entscheidend wird sein, dass die Interessen von Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümern berücksichtigt, Umweltwirkungen sorgfältig geprüft und echte Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen werden. Gelingt dieser Weg, kann der Energiepark ein wichtiger Baustein für die Zukunft der Gemeinde Schlangen werden.

Informiert euch am besten direkt über den Planungsstand in den verlinkten Informationen in das Ratsinformationssystem. Im folgenden möchten wir einige Themen des Projektes allgemein Beschreiben und ein wenig einordnen.

BESS steht für Battery Energy Storage System (Batterie-Energiespeichersystem). Solche Speicher nehmen Strom auf, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist, und geben ihn später wieder ab. Dadurch können Lastspitzen ausgeglichen, Netze stabilisiert und Solar- oder Windstrom besser genutzt werden.

Für Energieparks sind Batteriespeicher ein wichtiger Baustein, da sie die zeitliche Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch überbrücken können.

Details – Stromspeicher: Multitools der Energiewende – BDEW (Extern)

Ein Energiepark verbindet mehrere Bausteine der erneuerbaren Energieversorgung, beispielsweise Freiflächen-PV, Windenergie, Batteriespeicher oder perspektivisch auch Wärme- und Mobilitätslösungen. Ziel ist nicht nur Strom zu erzeugen, sondern regionale Wertschöpfung, Versorgungssicherheit und günstigere Energiekosten zu ermöglichen. Der Energiepark Schlangen soll genau diesen integrierten Ansatz verfolgen.

Praxisbeispiel – Energiewende in Kommunen – NRW.Energy4Climate (Extern)

Bei einer klassischen Freiflächen-PV-Anlage wird die Fläche ausschließlich zur Stromproduktion genutzt. Bei Agri-PV werden Solarmodule so installiert, dass die landwirtschaftliche Nutzung gleichzeitig weiter möglich bleibt, beispielsweise durch Beweidung oder Ackerbewirtschaftung unter bzw. zwischen den Modulen. Agri-PV kann Flächenkonflikte reduzieren und zusätzliche Einnahmequellen für landwirtschaftliche Betriebe schaffen.

Details – Agri-Photovoltaik in Nordrhein-Westfalen – einfach erklärt – NRW.Energy4Climate (Extern)

Beteiligung kann auf verschiedene Weise erfolgen: über Energiegenossenschaften, Bürgerbeteiligungen, Nachrangdarlehen, kommunale Beteiligungen oder vergünstigte lokale Stromtarife. Die Gemeinde Schlangen beabsichtigt, entsprechende Modelle im weiteren Verfahren zu entwickeln. Ziel ist, dass möglichst viel Wertschöpfung in der Region bleibt.

Beispiele – Finanzielle Beteiligungsmodelle -Agentur für Erneuerbare Energien (Extern)

Studie – Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch EE Kapitel 3- BWK (Extern)

Die Einnahmen eines Energieparks entstehen hauptsächlich durch den Verkauf von erzeugtem Strom, Speicherleistungen sowie gegebenenfalls regionale Vermarktungsmodelle. Gleichzeitig profitieren Gemeinden über Gewerbesteuern und gesetzliche Beteiligungsregelungen. Langfristig können regionale Energiepreise stabilisiert und zusätzliche wirtschaftliche Impulse für den Standort geschaffen werden.

Studie – Stärkung der regionalen Wertschöpfung durch EE – BWK (Extern)

Grundsätzlich ist die Kombination von Speicher und PV auch für Industrie und Gewerbe interessant.

Leitfaden – Stromspeicher in Industrie und Gewerbe – DIHK (Extern)

Die vorgesehenen Flächen liegen überwiegend in landwirtschaftlich benachteiligten Gebieten mit vergleichsweise niedriger Ertragsfähigkeit.

Die Gemeinde Schlangen erreicht nach den Maßstäben der Landwirtschaftskammer NRW eine Ertragsmesszahl von 33. Zum Vergleich: Besonders ertragreiche Ackerstandorte liegen häufig bei Werten über 70.

Damit gehören die betroffenen Flächen nicht zu den hochwertigsten Böden für die Landwirtschaft. Gleichzeitig sollte geprüft werden, ob durch Agri-PV eine Doppelnutzung für Landwirtschaft und Energieerzeugung möglich ist.

Verzeichnis der benachteiligten Gebiete – Landwirtschaftskammer NRW (Extern)

Der Energiepark Schlangen soll regionale Energieerzeugung, Batteriespeicher und Bürgerbeteiligung verbinden. Chancen und Perspektiven im Überblick.